hissen der piratenflagge auf dem zürisee*

raising-the-jolly-roger-on-lake-zurich

*In letzter Zeit bin ich am lesen von ‚The Many-Headed Hydra‘ von Linnebaugh/Reddicker. Und heute ein Artikel, den mir mein Vater zugesandt hat, aus der NZZ vom 29. Juni 2009 mit dem Titel ‚Die Fortschreibung einer Legende‘, von Michael Kempe… ebenfalls über Piraterie.

Zudem wurde am vergangenen Sonntag in Zürich die Schweizer Piratenpartei gegründet – wenn auch ‚wahre‘ Piraten natürlich nicht wirklich einer ‚Partei‘ zugehören, sondern schlicht durch ihre Anwesenheit an Bord, Teil der Besatzung sind.

‚Jolly Roger‘ ist der Name aller Totenkopf-Piratenflaggen im allgemeinen – sie bedeuten dem Gegenüber die Möglichkeit, sich den Piraten anzuschliessen, um sich damit das eigene Leben zu retten.

Dies im Gegensatz zu der (blut-)roten Flagge, welche unvermeidlichen Tod für alle an Bord des feindlichen Schiffes symbolisierte.

Die von mir auf dem Zürichsee an Bord der Gypsy gehisste Piratenflagge -Totenschädel über gekreuzten Knochen- ist spezifisch die Flagge des Piratenkapitäns Edward England, welcher ermordet wurde, weil er zu gutmütig war… Sie entstammt einem Souvenir-shop des Europa-Park, Rust.

Black Sheep Days – Zürich

Öffentliche Arbeit
4-21. Oktober 2007
Zürich, Schweiz

Mit Viviane Mörmann

Im Vorfeld der Nationalratswahlen 2007 lancierte die SVP eine landesweite Plakatkampagne für die ‚Initiative zur Ausschaffung krimineller Ausländer’. Betroffen von dessen rassistischer Bild- sprache, entwarf ich zusammen mit Viviane Mörmann die interaktive öffentliche Arbeit Black Sheep Days.


Ausgangspunkt für die Black Sheep Days: Das Plakat der SVP-Initiative

Wir druckten das Sujet des verstossenen schwarzen Schafes auf T- Shirts, welche auf öffentlichen Plätzen in der Innenstadt Zürichs verkauft wurden. Damit gaben wir den Kunden/innen die Möglichkeit, sich visuell mit den Opfern des Rassismus der SVP Kampagne zu soli- darisieren und ein Zeichen gegen derartige Ausgrenzungsstrategien zu setzen.

Dies Stoss bei der Bevölkerung Zürichs auf grossen Anklang und es wurden innert weniger Tage tausender T-Shirts verkauft, so dass noch mehr gedruckt und der Verkauf bis zu Beginn der National- ratswahlen verlängert wurde.

Der Reinerlös aus der Aktion ging an potentielle schwarze Schafe, nämlich fremdsprachige Kinder in der Stadt Zürich.

Press Release: „Black Sheep Days“ 4-6 Oktober 2007 + 12-13 Oktober + 19-20 Oktober2007

Organisation Wir sind unabhängige Kunstschaffende und freiwillige Helfer, die nicht Partei- oder Organisationzugehörig sind.


Aktion Wir verkaufen T-Shirts mit einem schwarzem Schaf Aufdruck
vom Donnerstag den 4.10.07 bis zum Samstag den 6.10.07, jeweils
von 13-17Uhr. Standorte: Bellevue, Paradeplatz, Pestalozzianlage 
Der T-Shirt Preis beträgt 20Fr., der Gewinn geht an die KANZBI in
Zürich, eine interkulturelle Bibliothek für Ausländische Kinder und
Jugendliche.

Umsetzung Jeder Käufer wird mit seinem T-Shirt fotografiert, alle Fotos
werden auf www.release01.com veröffentlicht. Aus den Fotos wird ein
Poster gemacht, welches im Internet und in der KANZBI live zu sehen
sein wird.


Idee Eigentlich ist die Schweiz ja auch ein schwarzes Schaaf, nicht
zuletzt weil sie mit ihrer Neutralität immer wieder aus der Reihe
tanzt. Für viele Länder ist die Schweiz ein Vorbild. Nachdem Schweizer
Werbeinitiativen im Zusammenhang mit den Wahlen auch im Ausland zum
Teil als rassistisch und ausländerfeindlich bezeichnet wurden, wollten
wir die Bevölkerung dazu aufrufen Farbe zu bekennen und einmal aktiv
als schwarzes Schaf aus der Reihe zu tanzen. Black Sheep Days ist eine
spontane Aktion, welche die Integration von Ausländern unterstützen und
allen Beteiligten einen Denk-Anstoss verpassen will.


Kunst Kultur ist älter als Sprache. Visuelle Kommunikation ist ein
mächtiges Instrument, das mit Vorsicht zu gebrauchen ist. Wir
hinterfragen zeitgenössischen Werbekampagnen und fragen uns ob man das
schwarze Schaf auch mit einer positiven Botschaft assoziieren
kann. Sind nicht schwarze Schafe oft die innovativsten Seelen der
Bevölkerung?


Die Initianten Viviane Mörmann und Robin Bhattacharya sind beide
Kunstschaffende im Bereich Foto, Video, Performance, Internet. Das
künstlerische Produkt der „Black Sheep Days“ Aktion sind die T-Shirts,
die Fotos im Internet, das Schafherde-Poster und natürlich am aller
wichtigsten, die Interaktion mit der Bevölkerung.


Ankündigungs-Flyer


Kunden/innen, respektive partizipierende Bevölkerung Zürichs


Presse: Tages-Anzeiger vom 6. Oktober 2007